Isotretinoin als Wirkstoff gegen schwere Akne-ErkrankungenDer Wirkstoff kann sowohl topisch (äußerlich) als auch systemisch (innerlich) angewendet werden. Isotretinoin wird systemisch nur bei sehr schweren Akne-Erkrankungen oder bei bislang behandlungsresistenten Formen angewandt. Es zeigt starke Wirksamkeit in nahezu allen Bereichen, die bei Akne betroffen sind. Isotretinoin hemmt die übermäßige Talgbildung, verhindert die Mitesserbildung und hat dazu noch eine stark ausgeprägte entzündungshemmende Wirkung.
Bei dieser systemischen Aufnahme hat Isotretinoin allerdings eine Vielzahl an unerwünschten, mitunter sehr stark ausgeprägten Nebenwirkungen. Deshalb wird durch den Hautarzt von Fall zu Fall neu entschieden, ob die Erkrankung so schwerwiegend ist, dass eventuelle Nebenwirkungen dagegen nicht so stark zum Tragen kommen. Zu den stärksten Nebenwirkungen zählen unter anderem trockene Haut, insbesondere der Lippen, Schälung der Haut, Leberfunktionsstörungen, mitunter starke Kopfschmerzen, Erhöhung des Schädelinnendrucks, Schläfrigkeit, Krämpfe, Blutarmut, Entzündungen der Lidränder, trockene Augen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Blut oder Eiweiß um Urin und leichter bis mittelstarker Haarausfall. Isotretinoin darf nicht zusammen mit Vitamin-A-Präparaten angewandt werden, da es zu unerwünschten Wechselwirkungen kommen könnte.
Auch eine gleichzeitige Behandlung von Akne mit Isotretinoin und Tetracyclin ist nicht möglich, da eine starke Erhöhung des Schädelinnendrucks auftreten kann, welcher teilweise nur durch operative Eingriffe behoben werden kann. Auch die gleichzeitige Behandlung mit UV-Licht und Isotretinoin sollte vermieden werden, da der Wirkstoff die Empfindlichkeit der Haut gegenüber der UV-Strahlung erhöht. Bei Frauen muss beachtet werden, dass der Wirkstoff hochgradig fruchtschädigend (teratogen) ist. Vor Beginn der Behandlung mit Isotretinoin, aber auch während und bis zu 4 Wochen nach Beendigung der Anwendung muss sichergestellt sein, dass keine Schwangerschaft vorliegt.
Bei vorliegender Schwangerschaft darf dieses Medikament nicht angewendet werden, da es schwerste Fehl- und Missbildungen am Fetus verursacht. Eine sichere Empfängnisverhütung, beispielsweise durch die Pille oder die Spirale, muss daher gewährleistet sein. Viele Hautärzte verschreiben gleichzeitig mit Isotretinoin auch die Pille oder lassen sich eine Einnahme derselben durch den behandelnden Gynäkologen bestätigen. Einige Dermatologen verlangen monatlich die Vorlage eines durchgeführten Schwangerschaftstests, um eine Behandlung fortführen zu können. Auch werden während der gesamten Behandlungsdauer regelmäßig, etwa alle 2 bis 4 Wochen, Blutabnahmen durchgeführt, um die aktuellen Leberwerte festzustellen. Verschlechtern sich diese, wird eine Behandlung unter Umständen abgebrochen. Trotz der bekannten, starken Nebenwirkungen gehört Isotretinoin zu den wirksamsten Akne-Medikamenten auf dem Markt.


Bereiche Menu
Kategorien (alle Bereiche)